Patient Bossy

Bossy kam mit 1 Lebensjahr nach Deutschland, aus einer Tötungsstation gerettet, wir wollten lieber gar nicht wissen was der arme Hund gesehen und erlebt hat. Er hing verängstigt am Rockzipfel seiner Besitzerin. Lebte sich dann aber bald gut ein und wurde ein aufgeweckter, lebensfroher Hund.

Warum er die gesamte Wirbelsäule entlang Spondylosen bekommen und schwere Verdauungsproblematiken entwickelte hat, wird ein ewiges Raten bleiben. Veranlagung durch seine Eltern, schlechter Start ins Leben als Straßenhund, energetische Blockaden durch sein ängstliches, misstrauisches Wesen (diesen Charakterzug hat er nie abgelegt) oder weil Industriefutter und Umwelteinflüsse sein Teil dazu beigetragen haben (zum Unwissen seiner Besitzerin).

Vielleicht weil alles zusammen kam.

Seine Besitzerin interpretierte die anfänglichen Symptome darauf, dass er halt älter wird.

Zahnstein machte sich breit und er roch aus dem Mund. Er verdaute schlecht, ließ oft Winde, so dass man sich während einer Autofahrt mit ihm manchmal die Nase zuhalten musste. Seine Haut und sein Fell begannen stark riechen, so dass er nachts aus dem ehelichen Schlafzimmer verbannt wurde. Aber auch weil sein nächtliches Schmatzen so manchen den Schlaf raubte. Er stand nachts öfters auf, schlief immer seltener durch. Er begann viel zu trinken und ließ dementsprechend oft viel Urin, den er manchmal während des Spazierens regelrecht unter sich verlor. Er schien Muskelmasse abzubauen, wirkte knochig und eingefallen. Sein Blick wurde trüb und er schien manchmal zu vergessen wo er ist, wirkte desorientiert, unruhig und gehetzt. Er war nicht mehr der freudige Hund, der beim Spazieren vorne weg flitzte. Langsam mit starrem Blick trippelte er nur noch hinterher. Er hechelte, selbst wenn es gar nicht warm war.

Das Besitzer dieses Verhalten dem Alter zuschreiben, passiert sehr oft. Solange kein Erbrechen, Durchfall oder Futterverweigerung im Spiel ist, werden die Symptome, wie Bossy sie zeigt, selten zum Anlass genommen an ernste Auslöser wie Schmerz oder Funktionsbeeinträchtigungen der Organe zu denken.

 

Wir fanden bei Bossy in der Blutuntersuchung eine starke Beeinträchtigung seiner Bauchspeicheldrüse, seine Schilddrüse befand sich schon in der Unterfunktion und im Röntgen zeigte sich massive Spondylose. Seine gesamte Muskulatur am Rücken und Hals war fest und verspannt. Bossy bekam sofort eine Optimierung seiner Ernährung und Zugabe von wichtigen Vitalstoffen. Mit Schmerzmitteln wegen seiner Spondylose mussten wir vorsichtig umgehen, da er diese aufgrund seiner schlechten Magendarmgesundheit nicht vertrug. Daher begannen wir sofort mit osteopathischer Behandlung und Lasertherapie. Zudem bekam er antientzündliche Vitalstoffe, die damit auch zur Schmerzreduktion beitrugen. Eine orthopädische Schlafmatratze half ihm sehr besser zu liegen und er konnte wieder durchschlafen. Gegen seinen Hautgeruch gab es anfänglich regelmäßige Waschungen.

Seine Verdauung regulierte sich bald wieder, die Blähungen verschwanden. Sein Drang zu viel zu trinken, ließ nach. Dementsprechend pullerte er sich auch nicht mehr ein. Sein Blick wurde wieder wacher und fröhlicher, sicher auch weil die Schmerzen allmählich nachließen. Das sah man auch in seinem Gang beim spazieren. Er musste auch nicht mehr gewaschen werden, weil sein Hautgeruch sich wieder normalisierte.

Sicher, er wird lebenslang Therapie benötigen, da die Spondylosen sich nicht in Luft auflösen und durch diese Bewegungseinschränkung seine Muskeln und Faszien immer wieder verspannen werden. Auch seine Bauchspeicheldrüse wird sich nicht wieder erholen und benötigt weiterhin eine angepasste Ernährung und Versorgung mit Vitalstoffen. Aber zumindest konnten wir seine Schilddrüsentabletten ausschleichen, da diese zurück in die Eigenregulation fand.

 

Wann immer ein Hund anfängt beim Spazieren hinterher zu trotten und die Lebensfreude in seinen Augen weicht, sollte man dies auf keinen Fall dem Alter zuschieben. Ja, der Hund darf alt sein, aber bitte ohne Schmerzen, und Funktionsbeeinträchtigungen der Organe sollten auf das Maß reguliert werden, dass möglich ist.

 

Wir haben Bossy in warme Decken gehüllt, weil jegliche Kälte in seinen verspannten Muskeln für Schmerzen sorgte. Das zu diesem Zeitpunkt benutzte Hundegeschirr war für ihn nicht optimal (behinderte den Schultergürtel) und wurde später gegen ein optimaleres ersetzt.

 

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